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Ceausescu

Wer denkt, der Name des ehemaligen Staatsoberhauptes Nicolae Ceausescu käme nur mehr in Geschichtsbüchern vor, irrt. In fast jedem Gespräch, das man mit Einheimischen führt fällt früher oder später der Name des "liebsten Sohnes des Volkes", "Titan der Titanen", "arbeitsamsten aller Arbeiter" oder "Genie der Karpaten" wie er sich selbst gerne auf dem Höhepunkt seines Größenwahns betitelte.

Und nicht alle sind froh, dass man ihn in der Dezemberrevolution 1989 kurzerhand hinrichtete. Wenn die Rechte des Einzelnen während seiner Diktatur auch zu kurz kamen, immerhin war jeder versorgt. Arbeitslosigkeit gab es - zumindest offiziell - keine. Vor allem unter den Älteren gibt es viele, die den Wechsel in die Marktwirtschaft - auch wenn sie in Rumänien noch relativ moderat ausgeprägt ist - nicht verkrafteten.

Nicolae Ceausescu kam 1965 nach dem Tod des national-stalinistischen Führers Gheorghiu-Dej an die Macht. Zunächst schien sich innerhalb des stalinistischen Gefüges Rumäniens eine Art "außenpolitischer Perestroika" anzubahnen. Er weigerte sich, am Einmarsch in die CSSR teilzunehmen und verurteilte sogar öffentlich die Intervention der Sowjets. 1980 kritisierte er den Einfall der UdSSR in Afghanistan, und 1984 nahm Rumänien als einziges Ostblockland an den Olympischen Spielen in Los Angeles teil.

Diese diplomatischen Schachzüge machten den Conductator (Lenker) zum kommunistischen Liebling des Westens; innenpolitisch wurde er nahezu unangreifbar.

Der Personenkult der Ceausescus wurde paranoid: Seine Verwandten bekleideten höchste Positionen. Ceausescu baute die Geheimpolizei "Securitate" zu seiner Privatarmee aus, Systemkritiker verschwanden in Irrenhäusern oder wurden liquidiert. Intellektuelle wurde wie Staatsfeinde gehalten, die Gehälter von Ärzten, Ingenieuren und Lehrern lagen weit unter denen der Arbeiter (was heute übrigens nicht viel anders ist). Ihr Leben sollte mit der Sicherung des alltäglichen Unterhalts ausgelastet sein, damit der Kopf nicht auf gefährliche Gedanken kommt.

Seine grausame Politik in Verbindung mit den "Waisenkindern", die zumeist keine waren, sondern lediglich Kinder von Müttern, die sich deren Unterhalt nicht leisten konnten und sie deshalb ins Heim gaben, was es übrigens heute - vor allem bei den Roma - immer noch häufig gibt, sind legendär.

Seine Verschwendungssucht nahm immer gravierendere Ausmaße an und fand im Bau des monströsten Regierungsviertels in Bukarest ihren Höhepunkt. 1988 verkündete der Diktator sein "Systematisierungsprogramm" - das Ende des bäuerlichen Lebens im Agrarland Rumänien: Die Hälfte der Dörfer sollte wegplaniert und an ihrer Stelle "agro-industrielle Komplexe" errichtet werden.

Doch die Umwälzungen im Osten machten auch vor Rumänien nicht Halt. Die Dezember-Revolution fegte Ceausescu von der politischen Bühne. Obwohl er zunächst in den Iran geflohen war kam er - vom Größenwahn geblendet - ins Land zurück, worauf er am 25. Dezember 1989 in einem geheimen, international kritisierten Schnellverfahren in Targoviste zum Tode verurteilt und eine halbe Stunde später erschossen wurde.

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