Die nächsten beiden Tage wird es dann ernst. Vor uns liegen die Transsilvanischen Alpen, die Karpatengipfel werden höher und höher, die Landschaft rauer. Wir durchqueren die spektakuläre Karpatenschlucht von Turnu Rosu mit ihren Stromschnellen, wo der Olt den Gebirgszug der Südkarpaten durchtrennt. Mit der erodierenden Kraft seiner Wassermassen ist es dem Fluss im Verlaufe der Jahrtausende gelungen, die über 2.500 Meter hohen Karpaten zu durchbrechen, um dann durch die große rumänische Tiefebene zu durchziehen, wo er schließlich auf die Donau trifft. Die Tour führt uns durch wildromatische Flussengpässe mit heftigen Stromschnellen, die uns und das Floß kräftig durchschütteln. Immer wieder bleiben wir an den unter der Wasseroberfläche lauernden Felsen hängen, muß das Floß in der Strömung befreit werden. Der Olt schlängelt sich durch eine malerische Landschaft, vorbei an grünen Almen, wo die Bergbauern bereits ihr Heu aufgeschichtet haben. Wir passieren völlig abgelegene Bergdörfer, wo sich staunend die Zigeunerkinder am Flussufer versammeln. Offenbar kommt hier nicht jeden Tag ein Floß auf dem Olt vorbei. Gegen Nachmittag des dritten Tages wird der Olt dann allmählich breiter, die Fließgeschwindigkeit nimmt deutlich ab und schließlich tauchen vor uns die Gipfel des Cozia-Gebirges auf. Unsere Tour geht zuende. Nun heißt es abladen und Abschied nehmen von unserer "Vaseline", den Flößern und dem Olt. Ein letztes Mal stimmen wir mit den Flößern den "Vaseline"-Song an, der aus vielen Kehlen durch das Olttal schallt ...
Die Bilder zur Story finden Sie hier Für mehr Informationen zu Floß- und Kanutouren klicken Sie hier