Die modernen Hochhäuser neben der Südosttangente in Wien sind eine gute Einstimmung in die Plattenbauten des Ostens, denke ich, während die Guzzi Richtung Rumänien rollt. Die Häßlichkeit ist eine ähnliche. Allerdings ist die wienerische Häßlichkeit eine neue, moderne.
Je näher die rumänische Grenze umso größer die Spannung, umso größer das mulmige Gefühl im Magen. Was wird uns erwarten in der fremden Welt, über die soviel Negatives in der Heimat erzählt wird, allerdings meist von Menschen, die noch nie dort waren. Wir wollen der Sache auf den Grund gehen.
Die Frau springt aus dem Dacia als wir nach der Grenze nach dem Weg schauten. Will sie uns überfallen, in einen Hinterhalt locken? Wieso springt sie aus dem Auto und spricht uns an? Sie lacht uns mit ihren Goldzähnen an, sie zeigt die Richtung. Da kann doch etwas nicht stimmen, da ist etwas faul, denke ich. Gottseidank ist sie wieder weg.
Die Motorräder können wir direkt in das Hotel hinein neben der Rezeption stellen, sagt der englischsprechende, sehr gesprächige Rumäne. Gesagt getan. Da sind sie sicher, denken wir. Trotzdem sperren wir sie noch ab. Warmwasser gibt es zwar keines beim Duschen, aber eine Kneippkur ist auch gesund. Dafür gibt es einen Fernseher im Hotelzimmer, für den wir allerdings keine Verwendung haben, denn der spannendste Film ist die Realität da draußen.